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Römischer Grabhügel



Im Gemeindewald von Budenbach sind „an der Tränke“ (sog. "Schießstandweg") 4 Grabhügel zu finden.

Von Nordosten kommend erreicht man zunächst zwei rechts des Wegs unmittelbar hinter einander liegende Hügel von 13 bzw. 8 m Durchmesser. Der vordere Hügel weist eine Höhe von 1,7 m auf, beide sind von einem Wall umgeben.
Die Hügel zeigen Spuren von Raubgrabungen, der größere weist einen etwa 1,7 m tiefen trichterfömigen Schacht in der Hügelmitte auf. Über Funde gibt es keine Nachrichten. Die Umwallung beider Hügel kann als deutliches Merkmal ihrer römischen Zeitstellung gelten.

Etwa 100 in Richtung Nordwesten, dem Forstweg folgend, stößt man auf den dritten, in unmittelbare Nähe einer Quelleinfassung wiederum rechts des Weges liegenden Grabhügel. Die wallartige Einfassung des 13 m breiten und 1,1 m hohen Grabhügels, ist Teil eines Grabgartens mit Wall und Graben und weist in die römische Epoche.

Als Grabgärten werden in der Forschung kleinere Gräberbezirke bezeichnet, die durch einen quadratisch oder rechteckig verlaufenden Graben eingefasst sind. Grabgärten werden schon in keltischer Zeit angelegt, sie sind Ausdruck eines keltisch-römischen Totenbrauchtums.
Der Aushub der Gräben, dies sichern Beobachtungen an anderen Bestattungsplätzen, wurde innerhalb der Innenfläche zu einem Hügel oder am Grabenrand wallartig aufgeschüttet. Bisweilen wurde die Innenfläche eines Grabbezirks mit einer Ummauerung umgeben. Die Gräben wurden über längere Zeit, wahrscheinlich während Jahrzehnten offen gehalten, erst dann erfolgte durch Erosion eine allmähliche Verfüllung.

Der vierte Grabhügel liegt etwa 60 m weit dem Weg folgend auf der linken Seite des Weges, gegenüber einem von rechts kommenden Waldweg. Der Hügel hatte einen Durchmesser von 18 m und wies eine Höhe von 2,1 m auf.
Im Jahr 1936 wurde er anlässlich der Erweiterung eines Schießstandes untersucht. Auf dem gewachsen Boden war eine mehrere Quadratmeter große Brandverfärbung zu erkennen. Am Rand der Platte stand eine aus großen Schieferplatten erstellte Steinkiste mit Deck- und Bodenplatten. Die 0,9 x 0,7 m große und 0,6 m hohe Steinkiste barg zahlreiche römische Gefäße, darunter auch Glasgefäße. Zwei große Glasurnen bargen den Leichenbrand einer erwachsenen Frau und eine Bronzemünze des Kaisers Trajan. Mit der Münze sollte die Verstorbene den Fährmann Charon bezahlen, der nach einem antiken Mythos die Toten über den Fluss Styx fährt, der die Ober- von der Unterwelt trennt.

Die reichhaltige Beigabenausstattung insgesamt sind es 27 Gefäße die aus dem Grab von Budenbach geborgen werden konnten, geht auf die keltischen Wurzeln der hier ansässigen Treverer zurück. Aber nicht nur Geschirr, auch die dazugehörenden heute nicht mehr erhaltenen Speisen, Eier, Brot, Geflügel, Speckseiten dürften in das Grab gelegt worden sein und sollte als Wegzehrung auf der Reise in das Totenreich zur Verfügung stehen.

Die Funde des römischen Grabes aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. sind heute im Hunsrückmuseum in Simmern aufbewahrt.


Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers
Dr. Martin Thoma, Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg